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, Schuoler Dany

Grandioser Erfolg der A-Junioren im CUP

Mittwoch Abend, 20:15 Uhr, Sportplatz Steig, Turgi. Es ist kalt und nass und Nebelschwaden schweben über die Limmat. Normalweise beginnen Schauermärchen so. Nicht so am 14.10.2020.

Die A-Junioren des FC Turgi spielen den Cup-Kracher gegen den FC Baden. Es ist das 1/4 - Finale und das erst noch gegen unsere Nachbarn vom 'grossen' FC Baden. Eigentlich ist der Favorit klar: Der FC Baden spielt eine Liga höher und kommt mit entsprechend breiter Brust nach Turgi. Nachdem aber schon unsere 1. Mannschaft in den letzten Jahren immer mal wieder einem 'Grossen' im Cup ein Bein gestellt hat, wollen die Jungen nun nachziehen. Die Vorzeichen stehen so gut wie schon lange nicht mehr. Der Platz ist sichtbar gezeichnet von den letzten Wochen. Es war lange nicht klar, ob überhaupt auf dem Hauptplatz gespielt werden kann. Das sind die Kunstrasen-Spieler aus Baden sicher nicht gewohnt und der eine oder andere Spieler hat beim Betreten der Sportanlage schon das Gesicht verzogen und entsprechende Kommentare zum Besten gegeben.

Punkt 20.15 hat der Schiri dann die Partie angepfiffen und man hat allen die Nervosität angemerkt. Nach einem kurzen Abtasten wurde dann aber schnell Fussball gespielt und schnell wurde den fast 100 Zuschauern klar: Das wird kein Spaziergang für die ganz in Rot spielenden Badener. Trotzdem macht Baden gleich zu Beginn Druck, jedoch ohne klare Torchanchen. Nach 9 Minuten dann eine Konter der Turgmer. Quasi ein Bildbuchkonter mit einem Traumtor von Danny Rodrigues. Eine Direktabnahme, unhaltbar für den Goali von Baden. Das Stadion tobt, das Spiel ist lanciert. Alle rechnen jetzt mit einem wahren Sturmlauf der Badener. Aber er kommt nicht. Nicht direkt im Anschluss, nicht nach 5 Minuten und auch nicht nach 10 oder 15 Minuten. Das liegt aber nicht daran, dass Baden nicht will, sondern dass Turgi es nicht zulässt. Die Turgemer spielen beherzt, greifen früh an und machen dem Oberklassigen das Leben sehr schwer. So haben die Badener in der gesamten ersten Halbzeit eigentlich keine nennenswerte Chance um den Ausgleich zu schiessen. Ganz im Gegenteil. Der, wie immer überragende Mittelfeldstratege Alex Warmadan zaubert und lässt ein ums andere Mal die Gegner verwundert zuschauen, wie er an ihnen vorbei zieht. Nach einem Schuss aus gut 30 Metern, knallt er den Ball an die Unterkante der Latte. Der Ball springt nach unten auf die Linie und manch einer war sogar der Meinung: Der war drin. War er aber offenbar nicht, jedefalls hat der sehr gute Schiri weiterspielen lassen. Und wie eine Turgi-Legende am Spielfeldrand schon sagte: Der Schiri wird es schon gesehen haben, er stand besser als ich! Und so ging es mit einer mehr als verdienten 1:0 Führung in die Pause.

Die zweite Halbzeit ging so weiter, wie die erste aufgehört hat. Baden hat zwar mehr den Ball, aber kommt eigentlich nie gefährlich vors Tor. Und wenn mal was kommt, steht da ja der 1.80m Hühne Luca Bronner im Tor und hält was zu halten ist. Turgi setzt immer wieder Nadelstiche und ist dadurch auch gefährlicher. Die beiden schnellen Danis (Daniel Tschopp und Danny Rodrigues) auf den Aussenbahnen machen den Badenern das Leben schwer und sind oft nur mit Fouls zu bremsen. Und so kommt es auch, dass nach einem Freistoss von der rechten Seite das 2:0 fällt. Der Freistoss kommt eigentlich viel zu nahe aufs Tor und der Goali muss den Ball fangen. Er hat sicher beim Einspielen gefährlichere Bälle gehalten. Dummerweise (für ihn und den FC Baden) fällt ihm der Ball aus der Hand vor die Füsse. Ein Geschenk, das Alex Warmadan dankbar annimmt und er tschippt den Ball über die Linie. Die Hütte brennt, der Halbfinal ist zum greiffen nah. Jetzt nur nicht nachlassen. Aber wie so oft im Fussball, wenn der Gegner eigentlich am Boden ist und man nicht aufpasst, passiert es. Mit dem ersten wirklich gefährlichen Angriff, kurz nach Wiederanpfiff bekommen die Badener tatsächlich einen Penalty zugesprochen. Und da war dann selbst Luca im Tor machtlos und so schiessen die Badener in der 69. Minuten, nur 2 Minuten nach dem 2:0 das 2:1. Noch 20 Minuten durchbeissen. Je länger das Spiel geht, desto mehr merkt man nun den Spielern von Turgi die letzten Wochen mit den vielen Spielen an. Der tiefe Boden und die engagierte Spielwiese verlangen nun ihren Tribut und man merkt, dass den Turgemern langsam die Puste ausgeht. Aber sie kämpfen verbissen weiter. Kein Ball wird verlorgen gegeben, kein Zweikampf nur mit halbem Einsatz geführt. Dann und wann können sie sogar noch einen Konter fahren. Wie 5 Minuten vor Schluss, als ein Turgmer alleine auf den Goali zustürmt. Mit dem Ball am Fuss. Leider ist er dann zu nervös und kann den Todesstoss nicht anbringen. Ob ihn echt die Anfeuerungsrufe aus den Zuschauerreihen beeinflusst haben? Wir werden es nie erfahren. 2 Minuten vor Schluss haben dann die Turgemer noch Glück, dass es nicht noch einen 2ten Penalty für Baden gibt. Nach einem beherzten, aber auch riskanten Einstieg im Strafraum fällt der Badener - wohl etwas zu theatralisch - zu Boden, aber die Pfeiffe des Schiedsrichters bleibt stumm. Zumindest noch 2 Minuten, dann pfeifft er die Partie ab und die Jungs aus Turgi haben etwas geschafft, was es in Turgi schon lange nicht mehr gegeben hat: Sie sind im Halbfinale des Argauer Cups!

Die Freude bei den Zuschauern, den Spielern und den Trainern war natürlich riesig und die Standing Ovations, die die Mannschaft bekommen hat, war mehr als verdient! Das war ein Cup-Fight wie er sein muss. Spannend, hart, aber nie unfair. Die Badener sind als faire Verlierer vom Platz und trotzdem war noch zu hören: Auf diesem Platz kann man auch nicht Fussball spielen! Tja, manchmal kann die alte Anlage und der schlechte Platz von Turgi halt auch ein Vorteil sein.

Herzliche Gratulation an die Mannschaft. Ganz Turgi freut sich auf den Halbfinal. Ganz Turgi? Nein, ein unbeugsames Grüppchen von ... ach was ... GANZ TURGI freut sich auf den Halbfinal ...